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Katastrophen

Das Spillover-Problem

Das Sachbuch “Spillover – Animal Infections and the next human pandemic” gilt als ein Klassiker und liefert eine Übersicht über die zahllosen Viren, die in der Natur zirkulieren und nach dem „Spillover“-Prinzip irgendwann auch den Menschen befallen könnte. Immer wieder fand man neue Erreger mit Namen wie Hendra, Hanta, Lassa oder Nipah. Erst 1994 wurde Hendra entdeckt in Australien, als Rennpferde extrem krank wurden und starben. Ein Mensch verstarb und ein weiterer wurde krank und nie wieder richtig gesund. Man testete alle möglichen Hypothesen und alle möglichen Tierarten im Umfeld der Pferde bis man endlich bei einer riesigen Fledermaus fündig wurde. Eine sehr hohe Quote dieser Riesen-Fledermäuse hatte den Virus zum Testzeitpunkt oder hatte ihn in der Vergangenheit. Die Pferde waren der Zwischenwirt und im nächsten Schritt wurden Menschen infiziert. Bestimmte Tiere in Australien waren ursprünglich dort nicht heimisch, sondern wurden von Siedlern und Kolonialmächten dorthin gebracht. Vielleicht gibt es Hendra schon eine ganze Weile in Australien und wurde früher fehldiagnostiziert als tödlicher Schlangenbiss. Stellen wir uns vor, dass Labors an Hendra herumbasteln, um „Funktionsgewinne“ zu ergründen. Damit erhielte man wertvolle Informationen, um eventuell zu verhindern, dass irgendwann ein natürlicher Spillover auf den Menschen stattfindet von einer Viren-Variante oder Kreuzung, die dann schnell von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Gleichzeitig erhielte man mit dieser Forschung ein Rezept zum Bau einer biologischen Waffe. Man könnte auch bestimmte Teile des Genoms mit Gentechnik kreuzen mit anderen gefährlichen Erregern. Der Machupo-Virus in Südamerika erzeugt das „Bolivian hemorrhagic fever (BHF), also ein vergleichbares Krankheitsbild mit Ebola. BHF wurde erstmals 1963 als ein Ambisense-RNA-Virus der Familie Arenaviridae von einer Forschungsgruppe unter der Leitung von Karl Johnson identifiziert. Die Sterblichkeitsrate wird auf 5 bis 30 Prozent geschätzt. Das bolivianische hämorrhagische Fieber war eines von drei hämorrhagischen Fiebern und einer von mehr als einem Dutzend Erregern, die die Vereinigten Staaten als potenzielle biologische Waffen erforschten, bevor die Nation ihr Biologiewaffenprogramm offiziell einstellte. Albert Nickel, ein 53-jähriger Tierpfleger in Fort Detrick, starb 1964 an der Krankheit, nachdem er von einer infizierten Maus gebissen worden war. Nickel Place, auf Fort Detrick, ist ihm zu Ehren benannt. BHF wurde auch von der Sowjetunion im Rahmen des Biopreparat-Büros erforscht. Das Buch Spillover folgt der Öko-Argumentation, dass wir Menschen selbst an dem gestiegenen Risiko schuld seien, auf Grund des Bevölkerungswachstums und dem Heranrücken von Siedlungen an den Urwald. Das Grundargument ist nicht zwingend falsch, aber unvollständig. Es existieren noch viele unentdeckte Viren. Der sogenannte Reston-Virus wurde aus den Philippinen eingeschleppt nach Virginia in den USA. Bei einem anderen Ausbruch in Mbomo, Afrika, gab es eine Gruppe Rosenkreuzer, von denen vier als Lehrer in einem Dorf arbeiteten und den Kindern schilderten, was ein Ausbruch wie Ebola bedeutet. Als dann ein Ausbruch geschah, hielten die Einwohner die Lehrer für schuldig und töteten sie mit Macheten. Viele Gründungsmitglieder der Royal Society, auf die die Virusforschung zurückgeht, waren Rosenkreuzer und verbanden moderne Wissenschaft mit antiker Mystik. Das Buch „Biohazard“ vom russischen Forscher und Überläufer Ken Alibek liefert wichtige Perspektiven, ist aber stark zensiert, was typisch ist bei dem Thema. Ab 2007 begann Ken Alibek zusätzlich zu seinem anderen Projekt mit der Erforschung des Autismus. Er geht davon aus, dass die Erkrankung die Folge pränataler viraler und bakterieller Infektionen ist. Im Jahr 2019 sind fünf wissenschaftliche Artikel über Autismus von Alibek veröffentlicht worden. Der sowjetische KGB beschaffte ständig neue aus aller Welt und nutzte für den Transport auch diplomatische Kanäle. Man vermied aber Flugzeugreisen wegen der Gefahr von Abstürzen und nutzte lieber gewöhnliche Zugverbindungen. Militärs intersssieren sich bei einem Erreger für den Q50-Wert, also wieviel von dem Kampfstoff man braucht, um 50% der Leute in einem Quadratkilometer zu infizieren. Man kann lautlos irgendwo Erreger freisetzen, oder wahlweise auch mit Hilfe spezieller Raketen. In Amerika wurde die geheime Einheit „War Reseacrch Service“ geschaffen. Erster Direktor wurde George W. Merck von dem großen Pharmakonzern. Die Familie Merck ist eine deutsche Familie von Industriellen und Bankiers, bekannt für die Gründung des ältesten Pharmaunternehmens der Welt.

Das bislang tödlichste Coronavirus, das den Sprung von Tieren zu Menschen geschafft hat, ist MERS – Middle Eastern Respiratory Syndrome. Wer sich mit MERS infiziert, hat eine 35%ige Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben. Die Letalität ist erheblich höher als für SARS, wo sie wohl irgendwo unterhalb von 6% liegt – bislang. Das “Gute”, wenn man so sagen kann, an MERS ist, dass das Coronavirus nicht sonderlich erfolgreich ist, von Mensch zu Mensch übertragen zu werden – ganz im Gegensatz zu SARS-CoV-2. Warum wir das in aller Ausführlichkeit darstellen? Wegen des letzten Satzes im Beitrag der Augsburger Pathologen, der gerade im Journal der American Medical Association veröffentlicht wurde: “Die pulmonalhistologischen Merkmale von COVID-19 ähnelten denen, die bei Krankheiten beobachtet wurden, die durch andere Betacoronavirus-Infektionen verursacht werden, wie z.B. das schwere akute respiratorische Syndrom und das Respirationssyndrom des Nahen Ostens. Terroristen könnten einfach haufenweise Kamele und Fledermäuse aufsuchen und Blutproben nehmen, um neue Viren zu finden, die man als Waffe einsetzen kann, ohne dass die angegriffenen Länder jemals herausfinden können, wer hinter der Pandemie steckt. Die Miniopterus-Fledermaus zum Beispiel trägt den Virus Miniopterus bat coronavirus 1 (Bat-CoV MOP1), der den Tieren eine Art von SARS verpasst. Sie lebt in Afghanistan und dem gesamten mittleren Osten. Es gibt auch den Miniopterus bat coronavirus HKU8 (Bat-CoV HKU8). Wenn man lange genug sucht und vielleicht ein wenig wissenschaftlich herumexperimentiert, ergibt sich vielleicht ein Virus, der für den Menschen gefährlich ist. Experten nannten Fledermaushöhlen in China, wie zum Beispiel in alten Minenschächten, regelrechte “Virus-Fabriken”. Das Middle East Respiratory Syndrome-Coronavirus (MERS-CoV) ist ein neuartiges Coronavirus, das 2012 entdeckt wurde und für das akute respiratorische Syndrom beim Menschen verantwortlich ist. Obwohl noch nicht bestätigt, deuten mehrere Überwachungs- und phylogenetische Studien auf eine Fledermausherkunft hin. Es wurden mehrere Ausbrüche auf der Arabischen Halbinsel gemeldet oder epidemiologisch mit der Arabischen Halbinsel in Verbindung gebracht. Bis zum 18. April 2016 meldeten die saudischen Behörden insgesamt 1386 Fälle, von denen 587 starben. Angesichts der hohen Sterblichkeitsrate, des Fehlens einer antiviralen Behandlung oder eines präventiven Impfstoffs ist MERS-CoV nach wie vor eine große Gefahr für die Bevölkerung.

Berichten zufolge ist in Kasachstan eine tödliche “unbekannte Lungenentzündung” mit einer weit höheren Sterblichkeitsrate als bei COVID-19 ausgebrochen, warnen chinesische Beamte. In einer Botschaft des kasachischen Aussenministeriums im Mai diesen Jahres hieß es, dass “aufgrund der zunehmenden Fälle der Verbreitung falscher Informationen in ausländischen und einheimischen Medien über die Aktivitäten der biologischen Laboratorien in Kasachstan” die Behörden es für notwendig erachten, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass “in Kasachstan keine Entwicklung biologischer Waffen im Gange ist und keine Forschung gegen andere Staaten betrieben wird”. Die Reaktion folgte auf Veröffentlichungen in Russland, in denen behauptet wurde, dass Kasachstan wie auch andere ehemalige Sowjetrepubliken biologische Waffen entwickeln, die denen von COVID-19 ähnlich, wenn nicht sogar identisch sind, wobei diese Projekte von den Vereinigten Staaten finanziert würden. Kasachstan ist laut Ehonews.kz, einer kasachischen Website, durch das Hosten von Labors des US-Militärs “freiwillig oder unfreiwillig” in das Spiel um die Schuld an der neuartigen Coronavirus-Pandemie geraten. Die USA halfen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bei der Umrüstung der biologischen Labors aus der Sowjet-Ära in Kasachstan, wie BBC Monitoring, eine Abteilung des britischen Rundfunks, berichtet. Es wird behauptet, dass die Labors Bio-Waffen für den Einsatz gegen Länder wie Russland und China entwickeln. In einem am 12. Mai veröffentlichten Artikel beschrieb Ehonews.kz das 2016 eröffnete Zentrale Referenzlabor (CRL) in Almaty, ein Labor in Otrar und das Forschungsinstitut für biologische Sicherheit in der südlichen Region Zhambyl als “eine Reihe großer biologischer Einrichtungen des US-Militärs”, die an Projekten des US-Verteidigungsministeriums beteiligt sind. Ulugbek Babakulov, ein politischer Analyst, sagte gegenüber Ehonews.kz:

“Die Amerikaner arbeiten seit langem in Kasachstan an der Sammlung gefährlicher Viren”.

Vier große BW-Forschungs-, Produktions- und Versuchsstandorte gab es in der Sowjetrepublik Kasachstan. Die vier wichtigsten Einrichtungen waren das Freilandversuchsgelände auf der Insel Mozrozhdeniye in der Arabischen See, die Scientific Experimental and Production Base (SNOPB) in Stepnogorsk, das Scientific Research Agricultural Institute (NISKhI) in Gvardeyskiy und das Anti-Pest-Scientific Research Institute in Alma-Ata. Die Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten und Kasachstans bei der BW-Abrüstung begann bei einem Treffen im März 1994. In Kasachstan gibt es viele Fledermäuse, die viele Viren in sich tragen. Durch gezielte Überwachung wurden mehrere Stämme entdeckt, die dem MERS-Koronavirus, dem SARS-Koronavirus und den menschlichen Koronaviren 229E und NL63 genetisch ähnlich sind. In einer Studie wurde Fledermaus-Guano aus Fledermaushöhlen an drei verschiedenen Orten im Süden Kasachstans gesammelt, die positiv auf Coronaviren getestet wurden. Die phylogenetische Rekonstruktion deutet darauf hin, dass es sich um neuartige Fledermaus-Coronaviren handelt, die zur Gattung der Alphacoronaviren gehören. Darüber hinaus wurden zwei verschiedene Linien von kasachischen Fledermaus-Coronaviren nachgewiesen. Beide Linien sind eng mit Fledermaus-Coronaviren aus China, Frankreich, Spanien und Südafrika verwandt. Seit dem Ausbruch von SARS-CoV wird in China eine intensive Coronavirus-Überwachung durchgeführt, und es konnte gezeigt werden, dass alle Stämme mit den für SARS notwendigen Komponenten zusammenkommen können durch. In ganz Zentralasien gibt es nur wenige Bemühungen zur Überwachung von durch Fledermäuse übertragenen Viren, obwohl diese Region eines der größten Grünlandbiome der Welt ist. Dieses Gebiet ist auch deshalb von Interesse, weil hier die eurasischen und asiatischen Fledermauspopulationen pan-miktisch sein können, wie dies bei anderen Fledermausarten mit großer Verbreitung zu beobachten ist. Das Verbreitungsgebiet von M. blythii und H. savii ist weitläufig, beide Arten kommen von China und Nordindien bis nach Spanien vor, und diese Populationen können aufgrund der geringen Anzahl von Schlafplätzen in der Steppe an verschiedenen Orten zusammen übernachten.

https://www.mdpi.com/1999-4915/11/4/356

https://edition.cnn.com/2020/07/10/asia/kazakhstan-pneumonia-intl-hnk-scli-scn/index.html

https://nsarchive2.gwu.edu/NunnLugar/2015/49.%201999-06-00%20Former%20Soviet%20Biological%20Weapons%20Facilities%20in%20Kazakhstan.Past%20Present%20and%20Future%20(from%20Web).pdf

http://www.bjreview.com/World/202005/t20200526_800207420.html

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