Diese Folgen eines AKW-Unfalls erwartet die Regierung

26. Februar 2017
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Weil sich gerade radioaktives Jod 131 über Europa verbreitet, niemand weiß woher es kommt und was als nächstes vielleicht über uns hinweg bläst, empfehle ich vom BKK die Gefahrenstudie zu radioaktiven Notsituationen. Man hat ein ernstes Szenario gewählt und dieses nochmals aufgeteilt in Stadt vs. Land.

Das Freisetzungsszenario „FKA“ fällt in die oberste Stufe 7 der internationalen Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse und Unfälle in Kernkraftwerken (International Nuclear and Radiological Event Scale, kurz INES). Die Kernkraftwerksunfälle in Tschernobyl und Fukushima fallen ebenfalls in diese höchste INES-Kategorie. Derartige Freisetzungen der höchsten INES-Kategorie erfordern einen Unfallablauf, bei dem es zu einer Kernschmelze im Reaktor kommt und bei dem das Containment des Kernkraftwerks entweder beschädigt oder bei der Freisetzung umgangen wird. Das Szenario „FKA“ beschreibt die Freisetzung von etwa 10% des Reaktorinventars der radiologisch relevanten Radionuklide.

Es ist interessant, dass man von einer gewisse Anzahl Todesopfer ausgeht, wohingegen die Japaner bis heute behaupten, es sei niemand an den Folgen des Fukushima-Desasters gestorben. In Deutschland wäre im Ernstfall eine massenhafte Evakuierung notwendig:

Von Evakuierungsmaßnahmen sind ca. 390.000 (Szenario „Urbaner Raum, Winter“) bzw. ca. 90.000 (Szenario „Ländlicher Raum, Sommer“) Einwohner betroffen, von denen ca. 170.000 (Szenario „Urbaner Raum, Winter“) bzw. ca. 40.000 (Szenario „Ländlicher Raum, Sommer“) langfristig (für mindestens ein Jahr) in Not – bzw. Alternativunterkünften untergebracht werden müssen.

Da die Kapazitäten durch Flüchtlinge bereits stark beansprucht sind, ist fraglich, wie sich das bei einer Reaktor-Katastrophe auswirken würde. Das nächste Thema ist die Lebensmittelversorgung:

Im Szenario „Ländlicher Raum, Sommer“ sind ca. 60 %, im Szenario „Urbaner Raum, Winter“ ca. ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland in unterschiedlicher Intensität kontaminiert. Die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit Grundnahrungsmitteln (Milch, Fleisch, Getreide) kann, insbesondere im Szenario „Ländlicher Raum, Sommer“ nicht in gewohntem Umfang erfolgen. Zur Sicherung der Versorgung werden zusätzliche Importe erforderlich. Die Absatzmöglichkeiten für legal vermarktungsfähige, aber belastete Lebensmittel sind eingeschränkt bzw. nicht gegeben. Die Verbraucher werden bevorzugt auf nachweislich nicht belastete Lebensmittel, die aus nicht vom Unfall betroffenen Regionen stammen, zurückgreifen, soweit sie sich diese höherpreisigen Produkte leisten können.

Wer selbst vorgesorgt hat, der kann sich dem unmittelbaren Chaos in der Versorgungslage natürlich entziehen.

Das Gesundheitssystem ist infolge des Ereignisses kurz -, mittel- und langfristig durch die medizinische und psychosoziale Versorgung sehr vieler Menschen stark gefordert und belastet. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Überwachung der Gesundheit der Bevölkerung sowie für die psychosoziale Unterstützung von Menschen, die z.B. durch den Verlust des Wohnortes oder durch Ängste belastet sind. In der Versorgung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie mit persönlichen Schutzausrüstungen für Einsatzkräfte entstehen aufgrund der hohen Nachfrage Engpässe.